Galvanische Bindung
Indem das Korn in einem elektrochemischen Prozess auf unterschiedlichste metallische Grundkörper aufgebracht wird, wird meist ein einlagiger Schleifbelag erzeugt. Gehalten werden die unterschiedlichen Schleifkörnungen durch die Einbettung in der Matrix, welche vorrangig aus Nickel besteht.
Diese wiederum kann den Anforderungen des Einsatzes angepasst werden, indem verschiedene organische und anorganische Zusätze ihre Eigenschaften bezüglich Härte, Haftfähigkeit, Verschleissfestigkeit und Zähigkeit variieren.
Der Grundkörper muss elektrisch leitend sein, wobei die eigentliche Materialart von untergeordneter Bedeutung für den galvanischen Prozess ist; sie sollte jedoch bekannt sein, um die Vorbehandlung optimal abstimmen zu können und die Haftung bei den gegebenen hohen tribologischen Beanspruchungen gewährleisten zu können.

Die aufgebrachten Schleifkörner werden normalerweise bis zur Hälfte ihres nominellen, durch die Siebung bestimmten Durchmessers (mesh oder FEPA), in die Matrix eingebunden.

Daraus resultiert eine grösstmögliche Schleifmittelkonzentration und Spanraumkapazität. Diese lassen sich aber durch geeignete Massnahmen in einem weiten Spektrum relativ einfach variieren, so dass es immer möglich ist, das Werkzeug auf die entsprechende Schleifaufgabe einzustellen. Die Vielzahl der aus der Bindungsmatrix herausragenden Körner erklären die Vorteile der galvanisch gebundenen Schleifkörper: Ihre Griffigkeit, die Möglichkeit auch stark schmierende Werkstoffe zu bearbeiten und die extrem hohen Schleifleistungen.

Allerdings sind die bearbeiteten Flächen rauher als mit der gleichen Korngrösse in anderen Bindungen (Kunstharz-, Metallsinterbindung oder keramische Bindung) bearbeitete Flächen. Eine Verbesserung tritt über die Dauer durch mikrokristallinen Verschleiss der Kornspitzen und die Zunahme der aktiven Schneiden ein, so dass ein galvanisch belegtes Schleifwerkzeug immer eine Veränderung der erreichbaren Oberflächengüte über die Gesamtlebensdauer hat, wobei der quasistationäre Bereich sehr gross ist.

Das Standzeitende ist erreicht, wenn die Belaghöhe an einer beliebigen Profilstelle so abgenutzt ist, dass kein Kornüberstand mehr existiert, d.h. es ist kein Spanraum mehr vorhanden. Arbeitsfläche des Schleifkornes und Bindung liegen auf einem Niveau. In vielen Fällen ist jedoch die Möglichkeit gegeben durch entsprechende Massnahmen den Belag zu regenerieren oder gegebenenfalls den unbeschädigten Grundkörper zu strippen und neu zu beschichten, was wiederum Kosten und Zeit spart.

Als Schleifmittel können verschiedene Körnungsqualitäten aufgebracht werden, wie zum Beispiel Aluminiumoxid, Siliziumkarbid, Zirkoniumoxid, Borkarbid und viele andere mehr.

Im Rahmen unserer Fertigung beschränken wir uns aber auf die sogenannten «Superabrasives», also Diamant und kubisches Bornitrid (CBN) in ihren verschiedenen Unterarten und Qualitäten.